THOUGHTS: Das Auf und Ab der Zufriedenheit.

Tschüss Frühling, hallo Wollpulli. Im April. Wer hat das bestellt?

Nun gut, ein paar Tage kann ich noch verkraften. Denn wie ich schon auf Instagram erzählt habe, hatte ich diese Woche eine Begegnung, die in mir ein paar Gedankengänge ausgelöst hat, die in mir eine tiefe Zufriedenheit ausgelöst haben.
Auf dem Weg zur Arbeit ist eine Schulklasse im Abiturientenalter zu mir in den Bus gestiegen. Lauter junge Gesichter (und wie jung die sind!!), die entweder völlig übermüdet oder genervt waren.  Ach was waren das noch für Zeiten. Für mich fühlt es sich immer noch so nah an. Wenn ich dann aber tatsächlich mit Abiturienten konfrontiert werde, merke ich, dass es eben doch schon fast 10 Jahre her ist. Dass ich doch nicht mehr so blutjung aussehe. Und dass ich tatsächlich doch gar nicht so unglücklich darüber bin.

Ich bin immer unheimlich gerne zur Schule gegangen und für mich hätte diese Zeit nicht so schnell enden müssen. Ich habe der Schulzeit auch noch eine ganze Weile nachgetrauert, denn was einem keiner sagt: der Workload in der Schule ist ein Lacher gegen den im Studium.
Und überhaupt ist die Zeit im Studium keine ganz einfache. Neben all den Freiheiten und Späßen die sie mit sich bringt, ist diese Zeit Anfang der 20er geprägt von Unsicherheiten, Selbstzweifeln und Zukunftsängsten. Das mag sich furchtbar dramatisch lesen, aber ich denke, dass es fast jedem in dieser Lebensphase mal so geht. Der eine verliert sich in diesen Gefühlen der Unsicherheit und der nächste kann es besser überspielen. So ist mein Mann zum Beispiel derart gefestigt, dass er immer genau wusste wohin er möchte und wie er dorthin gelangen kann. Und ich? Ich hätte vor 10 Jahren nicht genau sagen können wohin die Reise gehen soll. Mitunter weil ich damals sicher nicht einmal wusste was Marketing ist. Die Schule bereitet einen leider wenig auf diese große Entscheidung vor, die nach dem Abitur auf einen wartet. 

Mit dem Abstand von fast 10 Jahren und am Ende meines Studiums angekommen, sehe ich die Dinge weitaus entspannter, als es in nicht allzu ferner Vergangenheit der Fall war. Ich kann nun rückblickend behaupten, dass sich vieles ganz von alleine gefügt hat. Vielleicht hatte ich gutes Karma. Aber vielleicht gehen die Dinge auch ganz üblich einfach ihren Weg und alles kommt eben wie es kommen soll. All die emotionalen Berg- und Talfahrten, die man als junger Erwachsener erleben, muss sind aus der Ferne betrachtet (ui – hier spricht wieder die 80jährige alte Dame aus mir) gar nicht mehr so wild.

Und die Studienzeit, eine Zeit der Selbstfindung, hat auch viele schöne Seiten.
Am Ende war ich – um auf die Schüler im Bus zurückzukommen – jedoch froh, diese stürmische Zeit bereits hinter mir zu haben. Vielleicht war das das erste Mal, dass ich wirklich bewusst gedacht habe, es ist gut wie es ist. Jahrelang habe ich noch meinen 19. Geburtstag +X gefeiert, weil ich nicht wirklich älter werden wollte. Und an manchen Tagen bin ich es sicherlich auch noch nicht im Kopf. Aber alles in allem ist es gut so wie es ist. Zehn Jahre älter und um viele Erfahrungen reicher. Heute und jetzt.

 

Sneaker: Jimmy Choo

Jeans: Mango

Pullover: &other stories (andere Farbe)

Uhr: Daniel Wellington

Strümpfe: Falke 

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